GewindeFormer

Gewindeformer (Gewindefurcher) sind Werkzeuge für die spanlose Verformung von Innengewinden. Former haben keine Schneiden oder Nuten (allenfalls schmale Schmiernuten), sondern Formkanten und Drückstollen mit Polygonprofil. 
Werden die Werkstoff-Fasern beim Gewindeschneiden durchtrennt, so führt das Gewindeformen lediglich zu einer Stauchung und Verformung des Faserverlaufs. Dies hat eine Kaltverfestigung des Werkstoffs zur Folge, mit dem Ergebnis einer deutlich erhöhten Werkstoff-Festigkeit des geformten Gewindes.

 

Formbare Werkstoffe

Geeignet für die spanlose Verformung sind alle kaltverformbaren Werkstoffe mit guten Fließeigenschaften und einer Mindestdehnung von 6 – 8 %. Dazu gehören alle Leichtmetalle, Rein- und Edelmetalle, weiche Stähle (insbesondere Bleche, Stanz- und Pressteile), langspanende Buntmetalle wie Kupfer- und Aluminium-Legierungen, weiche Bronze, Zink- und Druckguss-Legierungen, rost- und säurebeständige Stähle usw.

 

Grenzen des Gewindeformens

Naturgemäß lassen sich spröde, kurzspanende Werkstoffe mit minimaler Dehnung wie zum Beispiel Grauguss nicht kaltverformen. Auch hochfeste Stähle über 1.000 N/mm² oder AlSi-Legierungen mit mehr als 12% Si-Anteil lassen sich allenfalls mit beschichteten Hartmetall-Gewindeformern kaltverformen. Die Grenze der maximalen, noch formbaren Gewindesteigung liegt bei ca. 4 mm. Wegen des stark ansteigenden Drehmoments sind Abmessungen mit mehr als 60 mm Außendurchmesser nur sehr schwierig zu formen. Doch mit innerer Schmiermittelzuführung und multiplem Austritt im Einlaufkegel lassen sich auch größere Durchmesser formen.

 

Bedingungen des Gewindeformens

Neben der ausreichenden Dehnung des Werkstoffes muss beim Gewindeformen eine gute Schmierung gewährleistet sein. Sobald der Schmierfilm abreißt, kommt es leicht zu Werkstoffaufschweißungen und damit zu unsauberen Gewindeoberflächen, wenn nicht gar zum Werkzeugbruch. Als Kühlschmiermittel sollten für alle Werkstoffe bevorzugt druckfeste Spezial-Öle eingesetzt werden. Nicht minder wichtig ist die genaue Einhaltung der empfohlenen Vorbohrungsdurchmesser. Die Bohrung für das Gewindeformen muss größer gebohrt werden als der Kernlochdurchmesser beim Gewindeschneiden. 

 

Vorteile des Gewindeformens

Der Gewindeformer erlaubt höhere Schnittgeschwindigkeiten im Vergleich zum Gewindebohrer. Die Standzeit wird erheblich verbessert. Kein Späneanfall, dadurch auch keine Spanverklemmungen und keine Entsorgung von Spänen. Höhere Werkstoff-Festigkeit und bessere Oberflächengüte der Gewindeflanken. Keine Steigungsfehler, kein Verschneiden, keine unzulässigen Vorweiten. Enge Fertigungstoleranzen sind einzuhalten. Die Lehrenhaltigkeit des geformten Gewindes ist jederzeit gewährleistet. Für Sackloch- und Durchgangslochgewinde und für eine breite Werkstoffpalette wird nur ein Former-Typ benötigt.

Gewindeformer ohne Schmienuten

Typ IGF ist für die normalen, weniger anspruchsvollen Former-Anwendungen bis 1,5 x Durchmesser geeignet.

Gewindeformer ohne Schmienuten

Gewindeformer mit Schmienuten

Typ IGF-S, mit Schmiernuten, empfehlen wir für größere Gewindetiefen über 1,5 x Durchmesser, bei größeren Abmessungen ab 8 mm und immer dann, wenn eine verstärkte Schmiermittelzufuhr erforderlich ist, etwa bei Durchgangsgewinde und/oder horizontaler Arbeitsweise.

Gewindeformer mit Schmienuten

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